Werden Sie sich dafür einsetzen, Minijobber in die gesetzliche Krankenversicherung aufzunehmen?
Sehr geehrte Frau Fischer, werden Sie und wird sich Ihre Partei generell im Zuge der Abschaffung der kostenfreien Familienversicherung dafür einsetzen, Minijobs in die gesetzliche Krankenversicherung aufzunehmen? Mit dem Wegfallen der kostenfreien Familienversicherung entfällt ein zentraler Baustein der sozialen Absicherung für viele Familien. Ehepartner, die hauptberuflich einen Minijob ausüben - aus welchen Gründen auch immer - werden gezwungen, einen unverhältnismäßig großen Teil dieses Verdienstes abzugeben. Und dass, obwohl der Arbeitgeber - so wie in jedem sozialpflichtigen Arbeitsverhältnis auch - Krankenversicherungsbeiträge entrichtet. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, diese unverhältnismäßige Belastung der Familien abzuwenden und die soziale Ungleichstellung von Minijobs aufzuheben? Auch wir Minijobber ARBEITEN und haben nicht immer die Wahl unseres Arbeitsplatzes.
Sehr geehrte Frau H.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und dafür, dass Sie auf die Situation von Minijobber*innen aufmerksam machen. Sie sprechen einen wichtigen Punkt an: Für viele Menschen ist ein Minijob keine frei gewählte Übergangslösung, sondern Teil ihrer Lebensrealität – entsprechend bedeutsam ist eine verlässliche soziale Absicherung.
Die Frage, wie die kostenfreie Familienversicherung künftig ausgestaltet sein soll und welche Auswirkungen mögliche Veränderungen auf Minijobber*innen haben, wird derzeit intensiv diskutiert. Dabei geht es auch darum, bestehende Regelungen im Zusammenspiel mit anderen Elementen unseres Sozial- und Steuersystems, wie bspw. dem Ehegattensplitting, zu betrachten.
Unser Ziel ist es, soziale Sicherung so weiterzuentwickeln, dass sie fair ist, eigenständige Existenzsicherung ermöglicht und keine unbeabsichtigten Fehlanreize setzt – etwa solche, die dazu beitragen, dass insbesondere Frauen ihre Erwerbstätigkeit reduzieren oder gar nicht erst ausweiten. Gleichzeitig müssen Rahmenbedingungen gestärkt werden, die eine eigenständige Erwerbsbiografie und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen.
Dabei ist uns Grünen bewusst, dass Veränderungen immer auch konkrete Auswirkungen auf den Alltag vieler Menschen haben. Deshalb ist es uns wichtig, solche Reformüberlegungen sorgfältig zu prüfen und soziale Härten zu vermeiden. Die Diskussionen hierzu sind noch nicht abgeschlossen.
Ihr Anliegen, eine unverhältnismäßige Belastung zu verhindern und die Situation von Minijobber*innen zu verbessern, nehmen wir sehr ernst und beziehen es in unsere weiteren Überlegungen ein.
Vielen Dank nochmals für Ihre Rückmeldung.
Mit freundlichen Grüßen
Simone Fischer
