Herr Glaser, sind Sie für die Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung?
Sehr geehrter Herr Glaser, die Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung ist ein Punkt im aktuellen Reformpaket, der bislang keine große Bühne bekommen hat, aber weitreichende Folgen hat. Daher frage ich Sie zu Ihrer Haltung dazu! Mich besorgen diese Pläne zutiefst. In der Praxis wird das für die meisten Menschen nicht machbar sein, sei es körperlich oder mental und was dann? Altersarmut bekommt eine Garantie?
Ich bitte Sie inständig im Sinne und im Wohle der Bürgerinnen und Bürger zu entscheiden!
Sehr geehrte Frau H.,
eine grundsätzliche Korrelation von Arbeitsleben und Rentenbezug ist der Grundgedanke unseres Sozialsystems und essentiell für Beitragsstabilität. Anders ist ein umlagefinanziertes System nicht zu finanzieren.
Ich stimme zu, dass es Berufe gibt, in denen man nicht bis zum Rententrittsalter körperlich arbeiten kann oder aus Sicherheitsgründen nicht arbeiten sollte. Für diese Gruppen gibt es Regeln und Möglichkeiten, innerhalb der erlernten Berufe oder innerhalb der Unternehmen an anderen Stellen zu arbeiten. Aus meinem Wahlkreis sind mir viele Beispiele aus der Praxis bekannt: verdiente Mitarbeitende werden in anderen Abteilungen eingesetzt, geben ihr Know-How weiter, unterstützen bei körperlich weniger belastenden Tätigkeiten. Pauschal Gruppen von einer längeren Regelarbeitszeit oder der Heranziehung zur gesetzlichen Rentenkasse auszuschließen ist der notwendigen Diskussion um die Zukunftsfähigkeit der Rente nicht mehr zeitgemäß. Neben dem Fehlen von Fachkräften resultiert dies in einer eklatanten Beitragslücke, die das gesamte solidarische Rentensystem in Schieflage bringt.
Die Rentenreform der Koalition leistet hier wichtige erste Schritte, um dies zu korrigieren.
