Die sogenannte Y-Adresse verbessert die Zugverbindungen Hannover-Hamburg und Hannover-Bremen. Im NDR sagten zwei Kritikerinnen von SPD und CDU berichtet, das Projekt schade der Umwelt. Stimmt das?
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/hannover-hamburg-cdu-und-spd-vertagen-entscheidung-ueber-neubaustrecke-kritik,neubaustrecke-130.html
In dem Artikel werden die CDU-Bundestagsabgeordnete Cornell Babendererde und die SPD-Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler als Kritikerinnen der Y-Trasse erwähnt. Beide argumentieren mit dem Naturschutz. Das nehme ich denen nicht ab, die SPD und die CDU sind doch Parteien, die dafür bekannt sind, dass sie sich sonst nicht allzusehr um den Naturschutz verdient machen.
Sehr geehrter Herr W.,
vielen Dank für Ihre Anfrage zur Neubaustrecke Hamburg-Hannover.
Die Kritik an der Neubaustrecke ist mir bekannt, das Argument des Umweltschutzes wird hier gerne in der Argumentation bemüht.
Grundsätzlich möchte ich auf den Bedarf zusätzlicher Kapazitäten hinweisen, der selbst von den Kritikern der Neubaustrecke nicht angezweifelt wird. Um diese Kapazitäten bereitzustellen und für den Zugverkehr in Nordeuropa eine starke Anbindung zu ermöglichen, ist die Neubaustrecke elementar. Die Behauptung, ein Ausbau der Bestandsstrecke würde diese Kapazitäten ebenfalls bereitstellen, wurde vielfach mit Fakten widerlegt.
Der Neubau von Verkehrsinfrastruktur bedeutet immer einen Eingriff in die Natur. Vor diesem Hintergrund enthält der Antrag meiner Bundestagsfraktion eine Reihe von Maßnahmen, die den Eingriff und die Auswirkung auf die Natur berücksichtigen. Wir fordern konkret:
- Zur Reduzierung der negativen Umweltauswirkungen sind folgende Maßnahmen vorzusehen, bei denen der Bund die Kosten trägt.
- Grundsätzlich sind Ausgleichsflächen sowie die weiteren Umweltschutzmaßnahmen nach der im Februar 2026 geltenden Gesetzeslage durchzuführen.
- Es sind mindestens die zwei vorgesehen Wildbrücken sowie zwei weitere Wildbrücken an geeigneter Stelle umzusetzen.
- Bei der Querung von Landes- und Kreisstraßen sind die Brückenabschnitte etwas zu verlängern, um Wildtieren auch die Querung der Neubaustrecke zu erleichtern.
- Sofern es baulich möglich ist sowie unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Landwirtschaft ist ein 25 Meter breiter Korridor für den Biotopverbund zu errichten.
- Alle neuen Gewässerquerungen durch die Neubaustrecke sowie sich daraus ergebender Querungen anderer Infrastruktur mit Gewässer sind fischottergerecht herzustellen
- Betroffene Moore sind in doppelter Fläche an anderer geeigneter Stelle in Niedersachsen neu anzulegen.
Sobald die Gegner der Ausbaustrecke eine tragfähige Alternative mit gleichen Kapazitätsgewinnen und einer Erreichbarkeit der Reisezeit innerhalb des Deutschlandtaktes (unter 60 Minuten) vorlegen, können wir die Auswirkungen auf die Natur abgleichen. Bis dahin bleibt die Neubaustrecke für mich die einzig belastbare und für zukünftige Verkehrsbedarfe sinnvolle Lösung.
Mit freundlichen Grüßen
Swantje Michaelsen
