Wie tief beschäftigt sich die Regierung mit der gesundheitlichen Versorgung und deren Einsparpotential? Es gibt sehr viel Potenzial, ohne, dass die Versorgung leidet, es erfordert nur etwas Mut.

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Frage von Michael W. •

Wie tief beschäftigt sich die Regierung mit der gesundheitlichen Versorgung und deren Einsparpotential? Es gibt sehr viel Potenzial, ohne, dass die Versorgung leidet, es erfordert nur etwas Mut.

Sehr geehrter Herr Frei,

aktuell wird bei unserem Gesundheitssystem wieder an vielen Stellen der Rotstift angesetzt, die viele als die falschen empfinden. (Kanzlertalk)

Dabei gibt es großes Einsparpotenzial durch Ursachenbekämpfung und Prävention. Bereits in der BT-Drucksache 14/9085 vom 14.05.2002 wird unter Berufung auf den Sachverständigenrat ausgeführt, dass sich durch verstärkte Investitionen in lang- und mittelfristige Prävention theoretisch 25–30 % der Gesundheitsausgaben einsparen ließen.

Selbst wenn davon heute nur ein Teil realisierbar wäre, sprechen wir über enorme Summen. Wieso wird dieses Potenzial nicht konsequenter verfolgt? Wäre es nicht sinnvoller, Ursachen zu bekämpfen, statt Milliarden für die Behandlung vermeidbarer Folgen auszugeben?

Dazu müsste man sich allerdings auch kritisch mit den Interessen derjenigen auseinandersetzen, die vom bestehenden System profitieren.

Also nicht Symptome teuer behandeln sondern Ursachen bekämpfen. Dr. Spitzbart hat da super Ideen

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Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr W.,

die Bundesregierung hat mit der Finanzkommission Gesundheit und der jüngsten GKV-Finanzreform bereits Schritte unternommen, um die Ausgabenentwicklung zu stabilisieren. In den Beratungen wurde wiederholt betont, dass mehr Prävention, weniger Bürokratie und eine bessere Patientensteuerung nötig sind. Zugleich ist klar: Prävention allein löst die akuten Finanzierungsprobleme der GKV nicht kurzfristig. Sie braucht Zeit, um ihre volle Wirkung zu entfalten, während die Ausgaben bereits heute stark steigen. Ich teile im Übrigen Ihre Einschätzung, dass wir mehr Mut für wirksame Prävention brauchen – etwa durch gezielte Maßnahmen zu Bewegung, Ernährung, Tabak- und Alkoholkonsum sowie durch eine Stärkung der Gesundheitskompetenz von Kindesbeinen an. Gleichzeitig müssen wir aber auch andere Stellschrauben bewegen: Effizienzsteigerungen, Strukturreformen bei Verwaltung und Leistungserbringern sowie die konsequente Trennung von versicherungsfremden Leistungen. Auch deshalb erwarten wir im Herbst einen weiteren Bericht, der auf tiefgreifende Strukturanpassungen im Gesundheitsbereich abstellt. Daraus wird die Bundesregierung eine zweite große Reform der GKV ableiten.

Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Frei

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