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Sehr geehrter Herr Glaser, wären Sie bereit zu einem Gespräch mit Psychotherapeut*innen über den Gesetzesentwurf vom 29.4.26?

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Vinzenz Glaser
Die Linke
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Frage von Julie K. •

Sehr geehrter Herr Glaser, wären Sie bereit zu einem Gespräch mit Psychotherapeut*innen über den Gesetzesentwurf vom 29.4.26?

Sehr geehrter Herr Glaser,
die geplante Rückführung in die Budgetierung psychotherapeutischer Leistungen (unter anderem) bedroht die Versorgung und Existenzen massiv. Wir würden Ihnen gerne aus Sicht der Expert*innen in dieser Frage berichten, welche Auswirkungen dies real auf die Versorgung psychisch kranker Menschen auswirkt, gern an konkreten Beispiel von uns einzelnen. Jeder investierte Euro in Psychotherapie spart unserer Gesellschaft kosten von 3€. Dies wurde wissenschaftlich nachgewiesen. Wir möchten Fehlinformationen richtig stellen, ich bin dazu auch bereit konkrete Daten meiner Praxis zB zu Finanzen offen zu legen, um zu zeigen, dass das Bild, was von den Krankenkassen verbreitet wird nicht stimmt. Wir würden uns über ein Gespräch sehr freuen.
Vielen Dank im voraus und freundliche Grüße,
Julie K..

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Antwort von Die Linke

Sehr geehrte Frau K.,

vielen Dank für Ihre Nachricht und dass Sie Ihre Perspektive so eindrücklich schildern.

Der Bedarf an Psychotherapie ist in den letzten Jahren in Deutschland gestiegen – verständlich vor dem Hintergrund diverser Krisen, Kriege, aber auch immer stärkerer Belastungen in der Arbeitswelt oder im Bildungsweg. Die gesetzlichen Krankenkassen sparen nun auf dem Rücken von Menschen, die psychotherapeutische Hilfe benötigen.

Die Absenkung der Honorare für psychotherapeutische Leistungen um 4,5 % ab April 2026 bedeutet eine kritische Verschlechterung der Versorgung der Patient:innen. Dies ist ein Schritt hin zu einer stärkeren Zwei-Klassen-Medizin, den wir als Linke klar verurteilen.

Allgemein sollte überdacht werden, wie die ohnehin schwierige Versorgungssituation durch strukturelle Maßnahmen verbessert werden kann. Honorarabsenkungen sind hierbei definitiv ein Schritt in die falsche Richtung.

Die Linke fordert eine flächendeckende, bedarfsgerechte Versorgung mit Kassensitzen sowie eine gesonderte Bedarfsplanung für Kinder- und Jugendpsychotherapeut:innen und die Finanzierung der Weiterbildung von Psychotherapeut:innen. Ziel muss sein, dass diejenigen einen Therapieplatz bekommen, die ihn am dringendsten benötigen – unabhängig vom Versicherungsstatus.

Auch innerhalb unserer Fraktion wird dieses Thema intensiv diskutiert. Meine Kolleginnen, die sich fachpolitisch mit ambulanter Versorgung und psychischer Gesundheit befassen, arbeiten bereits an entsprechenden parlamentarischen Initiativen.

Zudem warnt auch der Gesundheitsausschuss des Bundesrates in seinen aktuellen Empfehlungen zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ausdrücklich davor, dass eine Budgetierung psychotherapeutischer Leistungen die Behandlungskapazitäten deutlich reduzieren, Wartezeiten verlängern und damit die Versorgung psychisch erkrankter Menschen erheblich verschlechtern würde. Der Bundesrat kann das Gesetz zwar nicht selbst stoppen, aber er kann durch seine Stellungnahmen und Empfehlungen politischen Druck ausüben; die entscheidende Verantwortung liegt jedoch beim Bundestag, der die geplante Budgetierung noch aus dem Gesetz streichen und damit eine Verschlechterung der Versorgung verhindern kann.

Gerne können Sie sich auch direkt an mein Büro wenden. Wir sind zudem auch bereit, das Gespräch in einer meiner Sprechstunden in Freiburg persönlich fortzuführen.

Vielen Dank nochmals für Ihr Engagement und Ihren wichtigen Beitrag zu dieser Debatte.

Mit freundlichen Grüßen

Vinzenz Glaser

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