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Werden Sie im Europäischen Parlament und auf Ihren Online-Präsenzen gegenüber den Opfern von Gruppenvergewaltigungen und deren Angehörigen um Entschuldigung für Ihre Behauptung bitten?

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Birgit Sippel
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Frage von Thomas G. •

Werden Sie im Europäischen Parlament und auf Ihren Online-Präsenzen gegenüber den Opfern von Gruppenvergewaltigungen und deren Angehörigen um Entschuldigung für Ihre Behauptung bitten?

Sehr geehrte Frau Sippel,

am 10.02.2026 bezogen Sie sich im Europäischen Parlament auf die Rede von Christine Anderson, in der es im Kontext von Migration um alltägliche Gruppenvergewaltigungen in Deutschland ging. Sie behaupteten, dass es keine Gruppenvergewaltigungen gebe

(https://multimedia.europarl.europa.eu/en/webstreaming/plenary-session_20260210-0900-PLENARY, ab 19:50:15).

Eine PKS-Sonderauswertung weist für Deutschland 788 Fälle (2024) von Gruppenvergewaltigungen aus – im Schnitt zwei pro Tag, mit 51 % nichtdeutscher Tatverdächtiger (https://dserver.bundestag.de/btd/21/010/2101054.pdf). Bezogen auf den Bevölkerungsanteil sind nichtdeutsche Tatverdächtige 3,4‑fach überrepräsentiert.

Auch wenn Gruppenvergewaltigung kein feststehender juristischer Begriff ist, widersprechen die Daten Ihrer Behauptung. Werden Sie im Europäischen Parlament und auf Ihren Online-Präsenzen gegenüber den Opfern von Gruppenvergewaltigungen und deren Angehörigen um Entschuldigung bitten?

Viele Grüße

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Antwort von SPD

Ja, es gibt Vergewaltigungen, an denen mehr als ein Täter beteiligt ist. Das ist eine brutale Realität, die klar benannt und konsequent verfolgt werden muss.

In der Debatte ging es jedoch um etwas anderes: Spanien hat einer größeren Gruppe von Menschen eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis erteilt. In diesem Zusammenhang wurde pauschal behauptet, diese Menschen würden durch Europa ziehen, Straftaten begehen und ‚Gruppenvergewaltigungen‘ verüben. Diese Unterstellung ist sachlich falsch und bewusst verzerrend.

Straftaten – auch schwere – werden von Einzelpersonen begangen. Sie sind kein Merkmal einer bestimmten Herkunft oder einer Gruppe. Vergewaltigungen sind ein gesamtgesellschaftliches Problem, das sich nicht auf eine Nationalität oder einen Aufenthaltsstatus reduzieren lässt. Genau dieser pauschalen Zuschreibung habe ich widersprochen.

Mein Zitat wurde aus dem Zusammenhang gerissen und in einer Weise interpretiert, die ich nie vertreten habe. Wer daraus konstruiert, ich würde Straftaten leugnen, verdreht bewusst die Realität. Ich relativiere keine Gewaltverbrechen. Ich wehre mich gegen die pauschale Stigmatisierung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft.

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