Halten Sie den im Gesetzgebungsverfahren befindlichen Referentenentwurf des Bundesministeriums des Innern zur amtsangemessenen Alimentation mit der aktuellen Rechtsprechung des BVerfG vereinbar ?
1. Halten Sie den Ansatz des fiktiven Partnereinkommens für mit den verfassungsrechtlichen Vorgaben vereinbar?
2. Wird aus Ihrer Sicht durch den Referentenentwurf eine tatsächlich ausreichende Besoldung gewährleistet – oder lediglich rechnerisch dargestellt?
3. Wie wird im parlamentarischen Verfahren sichergestellt, dass reale Lebensverhältnisse und nicht modellhafte Annahmen maßgeblich sind?
4. Sehen Sie das Risiko, dass der Entwurf in dieser Form erneut verfassungsgerichtlich beanstandet wird?
5. Werden Sie sich im weiteren Verfahren dafür einsetzen, dass die Besoldung ohne solche rechnerischen Konstruktionen verfassungskonform ausgestaltet wird?
Sehr geehrter Herr L.,
vielen Dank für Ihre Nachricht. Der nun veröffentlichte Referentenentwurf, auf den sich Ihre konkreten Anmerkungen beziehen, befindet sich gerade in der Ressortabstimmung und Verbände können ihre Stellungnahmen abgeben. Anschließend an diesen Prozess wird bei Einigkeit innerhalb der Bundesregierung der Entwurf durch das Bundeskabinett verabschiedet und dem Deutschen Bundestag zugeleitet. Es ist daher noch zu früh, eine konkrete Bewertung des Entwurfs vorzunehmen.
Die von Ihnen angesprochenen Konfliktlinien werden selbstverständlich im Gesetzgebungsverfahren beleuchtet - das ist gerade Aufgabe des Parlaments und dem kommen wir natürlich nach. Hier werden sich reale Menschen mit dem Gesetzentwurf intensiv auseinandersetzen, sodass natürlich ebenfalls die von Ihnen angesprochenen realen Lebensverhältnisse ein maßgebliches Kriterium zur Bewertung des Entwurfes sein werden.
Mit freundlichen Grüßen
Josef Oster
