Label
Die ambulante Psychotherapie soll budgetiert werden. Dies führt zu weniger Behandlungsplätze. Wie kann dies kosten einsparen, wenn nachweislich Psychotherapie Kosten im Verhältnis 1:4 einspart?

Portrait von Matthias Mieves
Matthias Mieves
SPD
97 %
30 / 31 Fragen beantwortet
Zum Profil
Frage von Gunnar R. •

Die ambulante Psychotherapie soll budgetiert werden. Dies führt zu weniger Behandlungsplätze. Wie kann dies kosten einsparen, wenn nachweislich Psychotherapie Kosten im Verhältnis 1:4 einspart?

Chisholm, et al. (2016). Scaling-up treatment of depression and anxiety: a global return on investment analysis. The Lancet Psychiatry, 3(5), 415–424.Lazar, S. G. (2014). The cost-effectiveness of psychotherapy for the major psychiatric diagnoses. Psychodynamic Psychiatry, 42(3), 423-457.Lazar, S. G. (Ed.). (2010). Psychotherapy is worth it: A comprehensive review of its cost-effectiveness.Psychotherapie spart kosten ein, wie mehrere Studien zeigen. Wenn das Ziel ist, Kosten einzusparen, warum wird ambulante Psychotherapie nun wieder gedeckelt, obwohl es wissenschaftlich erwiesen Kosten einspart (vgl. Studien) ?

Portrait von Matthias Mieves
Antwort von SPD

Sehr geehrter Herr R.

vielen Dank für Ihre Nachricht und für den Hinweis auf die Studien zur Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit von Psychotherapie.

Ich teile Ihre grundsätzliche Einschätzung, dass gute psychotherapeutische Versorgung nicht nur menschlich wichtig ist, sondern auch Folgekosten vermeiden kann. 

Zum Verfahren ist wichtig: Das Bundeskabinett hat am 29. April 2026 den von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur GKV-Beitragssatzstabilisierung beschlossen. Damit ist das Gesetz aber noch nicht verabschiedet. Zunächst hat nun der Bundesrat Gelegenheit zur Stellungnahme. Erst danach befassen sich der Deutsche Bundestag und der Gesundheitsausschuss mit dem Gesetzentwurf.

Wir als SPD-Bundestagsfraktion begleiten diesen Prozess bereits sehr eng und werden die möglichen Auswirkungen auf die Versorgung genau prüfen. Klar ist: Die politische Verantwortung für diesen Entwurf liegt bei der Bundesgesundheitsministerin Nina Warken.

Zugleich beginnt mit dem parlamentarischen Verfahren die Phase, in der wir als Bundestag den Entwurf sorgfältig beraten, bewerten und Änderungen vornehmen können. Dabei werden wir auch prüfen, ob vorgesehene Regelungen tatsächlich zu sinnvollen Einsparungen führen oder ob sie am Ende Versorgung verschlechtern und Folgekosten erhöhen.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Mieves

Was möchten Sie wissen von:
Portrait von Matthias Mieves
Matthias Mieves
SPD

Weitere Fragen an Matthias Mieves