Um wieviel könnte der Gesamtsozialversicherungsbeitrag gesenkt werden, wenn alle Erwerbstätigen in die Sozialversicherung einzahlen würden?

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Rita Schwarzelühr-Sutter
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Frage von Manfred M. •

Um wieviel könnte der Gesamtsozialversicherungsbeitrag gesenkt werden, wenn alle Erwerbstätigen in die Sozialversicherung einzahlen würden?

Sehr geehrte Frau Schwarzelühr Sutter,

gibt es von der SPD Berechnungen um wieviel sich die Gesamtsozialversicherungsbeiträge senken würden, wenn alle Erwerbstätigen in ein das System einzahlen würden. Das hätte bestimmt Auswirkungen auf die Exportwirtschaft. Siehe u. a. Berechnungen der Hans-Böckler-Stiftung u. a.

Vielen Dank für Ihre Antwort

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Antwort von SPD

Bürgerversicherung

Sehr geehrter Herr M.,

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 10.07.2026, worin Sie sich auf die möglichen Auswirkungen einer allgemeinen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung beziehen. Sie sprechen mit Ihrer Frage einen wichtigen Punkt an. Eine breitere Finanzierung der Sozialversicherung kann Beschäftigte und Arbeitgeber entlasten. Man darf dabei allerdings nicht nur auf die zusätzlichen Beitragszahler schauen, sondern muss auch die zusätzlichen Leistungsansprüche berücksichtigen.

Gerade bei der Rentenversicherung ist dieser Unterschied entscheidend. Werden beispielsweise Selbständige oder Beamtinnen und Beamte neu in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen, fließen zunächst zusätzliche Beiträge in das System. Die entsprechenden Rentenansprüche entstehen zwar ebenfalls, führen aber erst Jahre oder Jahrzehnte später zu höheren Ausgaben.

Deshalb kann eine Erwerbstätigenversicherung den Beitragssatz zunächst senken beziehungsweise seinen Anstieg bremsen. Dieser Effekt ist aber nicht dauerhaft in gleicher Höhe vorhanden.

Aktuelle Modellrechnungen des Sachverständigenrates zeigen dies sehr deutlich: Die Einbeziehung neuer Beamtinnen und Beamter würde die Rentenversicherung kurz- und mittelfristig finanziell entlasten. Langfristig entstehen jedoch entsprechend höhere Rentenausgaben, sodass sich der Vorteil beim Beitragssatz weitgehend auflöst und sich in der Modellrechnung in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts sogar umkehren kann.

Deshalb wäre es aus meiner Sicht nicht seriös zu behaupten, durch die Einbeziehung aller Erwerbstätigen ließe sich der Gesamtsozialversicherungsbeitrag dauerhaft um einen bestimmten Prozentsatz senken.

Das bedeutet aber nicht, dass die Idee falsch ist. Im Gegenteil: Eine breitere Versichertenbasis verteilt die Finanzierung auf mehr Schultern und kann gerade in den kommenden Jahrzehnten helfen, den Anstieg der Beiträge abzumildern. Gleichzeitig würden beispielsweise Selbständige ohne obligatorische Alterssicherung besser abgesichert.

Für mich liegt darin der eigentliche Vorteil einer Erwerbstätigenversicherung: nicht in dem Versprechen, dass die demografische Herausforderung dadurch verschwindet, sondern darin, dass wir die Finanzierung solidarischer und auf eine breitere Grundlage stellen.

Und Sie haben recht, dass dabei auch die wirtschaftliche Seite eine Rolle spielt. Wenn es gelingt, den Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge zu begrenzen, entlastet das Beschäftigte beim Netto und Unternehmen bei den Arbeitskosten. Gerade für eine exportorientierte Volkswirtschaft ist das von Bedeutung.

Deshalb halte ich es für richtig, über eine breitere Finanzierungsbasis zu diskutieren. Sie ersetzt aber nicht die notwendigen Strukturreformen in Rente, Gesundheit und Pflege.

Mit freundlichen Grüßen

Rita Schwarzelühr-Sutter

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