Warum wurde die Frühstart-Rente auf Geburtsjahrgänge ab 2020 begrenzt, und wie stehen Sie zu der Ungleichbehandlung gegenüber älteren Jugendlichen, die nicht von der Förderung profitieren?
Sehr geehrter Herr N.,
vielen Dank für Ihre Frage vom 10.08.2026 zur Frühstartrente. Ich kann gut nachvollziehen, dass die Begrenzung der Frühstart-Rente auf die jüngeren Jahrgänge zunächst Fragen nach der Gerechtigkeit aufwirft.
Der Start mit dem Geburtsjahrgang 2020 hat zunächst einen praktischen Grund: Diese Kinder sind 2026 sechs Jahre alt. Für sie kann die Förderung damit von Beginn an über den gesamten vorgesehenen Zeitraum bis zum 18. Lebensjahr laufen. Der Staat zahlt monatlich 10 Euro in ein individuelles Altersvorsorgedepot ein. Dahinter steht die Idee, möglichst früh mit dem Vermögensaufbau zu beginnen und die lange Ansparzeit zu nutzen. Gerade über viele Jahre spielt dabei der Zinseszinseffekt eine wichtige Rolle.
Trotzdem will ich die Kritik an der Altersgrenze nicht kleinreden. Natürlich stellt sich die Frage, warum beispielsweise ein 2019 geborenes Kind zunächst nicht gefördert wird, sein ein Jahr jüngeres Geschwister aber schon. Dass Eltern eine solche Stichtagsregelung als ungerecht empfinden, kann ich verstehen.
Deshalb ist für mich ein Punkt besonders wichtig: Es soll nicht bei einem dauerhaften Ausschluss der älteren Kinder und Jugendlichen bleiben. Ab 2029 sollen weitere Jahrgänge der bis dahin nicht berücksichtigten Kinder in die Förderung einbezogen werden. Genau diese Nachholmöglichkeit halte ich für richtig.
Das Bundesministerium der Finanzen erläutert den aktuellen Stand und die geplante Umsetzung der Frühstart-Rente hier sehr übersichtlich: BMF – Fragen und Antworten zur Frühstartrente:
https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/fruehstart-rente.html
Bei der weiteren gesetzlichen Ausgestaltung werde ich deshalb darauf achten, wie die Übergangsregelung konkret umgesetzt wird. Mein Ziel wäre, möglichst viele der heute noch minderjährigen jungen Menschen zu erreichen und Härten zwischen unmittelbar aufeinanderfolgenden Jahrgängen so weit wie möglich zu vermeiden.
Mir ist zugleich wichtig, die Frühstart-Rente richtig einzuordnen. Die 10 Euro im Monat sind kein Ersatz für eine starke gesetzliche Rente und auch nicht die Lösung aller Fragen der Altersvorsorge. Die gesetzliche Rentenversicherung bleibt für mich das Fundament. Die Frühstart-Rente soll etwas Zusätzliches leisten: Kinder früh an langfristiges Sparen und Vorsorgen heranführen und ihnen ein kleines Startkapital für ihre eigene private Altersvorsorge mit auf den Weg geben.
Ich finde den Grundgedanken richtig. Genauso richtig finde ich aber, bei der Umsetzung genau hinzuschauen, ob sie am Ende auch tatsächlich funktioniert und auch als gerecht empfunden werden kann.
Mit freundlichen Grüßen
Rita Schwarzelühr-Sutter
