Wird das Pferd bei den Reformen von hinten aufgezäumt?
Sehr geehrter Herr Frei,
nach Masseninsolvenzen geraten auch krisensicher geglaubte Jobs jüngerer Generationen unter die Räder. Im Silicon Valley gibt es dafür schon einen eingefahrenen Begriff der 'permanent underclass'
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/insolvenzen-deutschland-wirtschaftskrise-100.html
https://www.nytimes.com/2026/04/30/opinion/ai-labor-work-force-silicon-valley.html
https://www.n-tv.de/thema/arbeitslose
In welchen Branchen sollen so noch neue Stellen entstehen und wer soll eigentlich die ganzen Rentner länger beschäftigen? Der Trend geht mit Abfindungen und Aufhebungsverträgen doch in genau die andere Richtung.
https://www.anwalt.de/rechtstipps/o2-telefonica-vor-umfassendem-stellenabbau-was-betroffene-arbeitnehmer-jetzt-wissen-und-beachten-muessen-275871.html
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/steuerreform-bundesregierung-entlastungen-100.html
Grüße
Finn D.
Sehr geehrter Herr D.,
wenn Unternehmen Personal abbauen, dann kann für manche die Diskussion über längeres Arbeiten zunächst widersprüchlich wirken. Gerade deshalb müssen wir an den Ursachen ansetzen. Solche Personalentscheidungen sind in aller Regel das Ergebnis mangelnder Wettbewerbsfähigkeit und verfolgen das Ziel, Kosten einzusparen.
Fakt ist: Deutschland braucht wieder mehr Wachstum, mehr Beschäftigung und bessere Bedingungen für Investitionen. Nur wenn die Auftragsbücher gut gefüllt sind, entstehen neue Arbeitsplätze. Nur so kann das Prinzip der Sozialen Marktwirtschaft dauerhaft tragen. Deshalb ist es aus meiner Sicht richtig, Reformen bei Steuern, Abgaben, Energiepreisen, Bürokratie und Arbeitsanreizen zusammen zu denken. Dazu gehört auch, längeres Arbeiten attraktiver zu machen und flexible Übergänge in den Ruhestand zu ermöglichen. Wenn sich die Rahmenbedingungen insgesamt bessern, werden die Unternehmen auch wieder vermehrt einstellen.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Frei
