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Frage an Tim Stuchtey von Jörg Müller

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Tim Stuchtey
FDP
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Frage an Tim Stuchtey von Jörg M. bezüglich Energie

Erneuerbare Energien bieten Millionen Menschen langfristig Arbeit, sichern dauerhaft auskömmliche Energiepreise, sind überall ausreichend verfügbar und vermeiden Kriege um Energieressorcen. Welche Energieform sollte welchen Anteil haben: Solarstrom (z.Z. über 40 ct/kWh), Biomasseenergie (12 - 20 ct/kWh), Windenergie (4 - 8 ct/kWh), Wasserkraft (4 - 12 ct/kWh), Geothermie (10 - 20 ct/kWh) oder andere?
M.fr.G.v.J.M.

Portrait von Tim Stuchtey
Antwort von FDP

Sehr geehrter Herr Müller,

nach meiner liberalen Überzeugung muss die Energiepolitik des Bundes sich drei grundsätzlichen Fragen widmen:
1. Was ist technisch mittel- und langfristig machbar?
2. Welche ökonomischen Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden, damit jede marktfähige Energietechnik ihre spezifischen Kosten selbst angelastet bekommt (Internalisierung Externer Effekte)?Welche Rahmenbedingungen müssen gegeben sein, um eine vernünftige Versorgungssicherheit garantieren zu können?

zu 1)
Im Rahmen der Forschungspolitik des Bundes gilt es, die dringenden Probleme gerade der regenrativen Energien zu lösen. Dies ist insbesondere die mangelhafte Speicherfähigkeit von Solar- und Windenergie. Aber auch das vorantreiben der Fusionsforschung, die Lösung von offenen Fragen bei der Entsorgung der Atomenergie und die Erhöhung der Effizienz bestehender Energieträger. Energieforschung darf nicht an Ideologien ausgerichtet werden, sondern an Energieeffizienz und sparsamen Umgang mit knappen Ressourcen.

zu 2)
Wenn die einzelnen Energieträger ihre spezifischen Kosten tragen, dann ergibt sich ein Energiemix als Ergebnis eines Marktprozesses. Dieser wird nicht die Konzentration auf einen (den billigsten) Energieträger zur Folge haben, da dann die Versorgungssicherheit gefährdet wäre, deren Sicherstellung ebenfalls ein Teil des Preises ist.
Ideologisch motivierte Eingriffe der Politik in den Energiemix führen nur zu Wohlstandsverlusten der Bürger. Aufgabe der Politik ist es, die Internalisierung aller Kosten für die Energieträger sicherzustellen (Entsorgungskosten, Preis für CO2-Zertifikate etc.).

zu 3)
Da in den kommenden Jahren und sicher für die nächste Legislaturperiode die Energieversorgung noch wesentlich von importierten (fossilen) Energieträgern abhängen wird, spielt auch unter strategischen Gesichtspunkten die Versorgungssicherheit eine große Rollen. Hier können gerade die von Ihnen angesprochenen regenerativen Energie eine große Rolle spielen, da sie uns weniger abhängig von Importen machen. Dieser Aspekt der Versorgungssicherheit stellt aber gegenwärtig kaum ein Problem dar, was man z.B. an dem Shannon-Weiner-Index für die Gasversorgung (für Deutschland zw. 1 und 1,5 / 2 wäre max. Diversifikation)) ablesen kann. Ein Wert zwischen 1 und 1,5 zeigt, dass unsere Abhängigkeit relativ gering ist und somit auch, dass mit einer klugen Energiepolitik die Energieversorgung keinen Anlass zu Agressionen bietet.

Ich hoffe, ich habe Ihre Fragen ausreichend beantwortet und konnte Sie im Wettbewerb mit den anderen Parteien und Kandidaten von mir und der FDP überzeugen.

Mit liberalen Grüßen
Ihr
Tim Stuchtey

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