Bundesregierung strebt 30 % Bio-Fläche bis 2030. Welche Position beziehen Sie zu dieser Zielrichtung?
Sehr geehrter Herr Keller,
Die Bundesregierung strebt 30 % Bio-Fläche bis 2030 an – Sachsen liegt derzeit bei 9,5 %. Um diese Lücke zu schließen, gilt Agri-Photovoltaik als vielversprechend. Um sie wirklich nachhaltig zu gestalten, wird zunehmend die Ausrichtung an Cradle-to-Cradle (C2C)-Prinzipien gefordert, inklusive der Anerkennung als Ausgleichsmaßnahme, was eine länderübergreifende Arbeitsgruppe aktuell vorbereitet .
Befürworten Sie C2C-konforme Agri-PV als Instrument zur Steigerung des Bio-Anteils in Sachsen?
Welche konkreten Schritte (Flächen, Förderung, Planungsrecht) wollen Sie unternehmen, um Sachsen hierbei als Vorreiter zu positionieren?
Sehr geehrter Herr M.,
Der Anteil der Biofläche in Sachsen ist nicht mein Fachgebiet.
Ich kann Ihnen aber gern unsere Handlungen zu Photovoltaik auf Landwirtschaftsflächen und zur Kreislaufwirtschaft erklären. Prinzipiell ist die Vernichtung der Nutzung wertvollen Ackerbodens durch Photovoltaikfelder abzulehnen.
Wichtig ist für uns, dass wir unsere Ernährung weitgehend selbst bewerkstelligen können und nicht zunehmend auf andere Länder angewiesen sind. Photovoltaik kann auf Dächern und an Wänden installiert werden, wenn gewünscht. Aber auch hier sollte dies immer freiwillig geschehen.
Kreislaufwirtschaft ist etwas gutes, das es zu unterstützen gilt. Aber auch hier gibt es Grenzen. Nicht in jedem Fall kann eine vollständige Wiederverwendung von Verbundmaterialien gewährleistet werden. Hier muss das Kosten-Nutzen-Prinzip eine Rolle spielen, ebenso wie die Umweltverträglichkeit.
Kreislaufwirtschaft heißt nicht nur, dass wir gut sortieren, was wir als Abfall bezeichnen.
Kreislaufwirtschaft heißt auch, dass die Forschung und die Industrie Produkte entwickelt, die sich immer besser trennen lassen und die so recyclefähig werden.
