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Wie können Sie helfen, dass die Versorgung psychisch kranker Menschen gesichert bleibt? Die Budgetierung wird mein Behandlungsvolumen um fast die Hälfte kappen!

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Karl Straub
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Frage von Michaela W. •

Wie können Sie helfen, dass die Versorgung psychisch kranker Menschen gesichert bleibt? Die Budgetierung wird mein Behandlungsvolumen um fast die Hälfte kappen!

Sehr geehrter Herr Straub,
schon jetzt melden sich pro Woche bei mir meistens 7 bis 8 Menschen, die auf der Suche nach einem Therapieplatz sind. Sich bei mir zu melden ist immer noch für viele eine große Überwindung. Vor allem die, die besorgt sind, jemandem anderen den Platz wegzunehmen, der ihn nötiger hat, brauchen ihn in der Regel am allermeisten. Viele von ihnen haben selbst Kinder und haben große Angst, ihre Probleme nicht schnell genug in den Griff zu bekommen, bevor sie ihren Kindern Schaden zufügen. Sie erkennen, dass auch ihre Eltern vermutlich schon eine Therapie gebraucht hätten. Ich zahle nicht nur bereitwillig Steuern, sondern bin gerne bereit, meinen Beitrag zu leisten, wenn wir alle sparen müssen. Können Sie bitte Ihren Einfluss geltend machen, dass die Budgetierung vom Tisch kommt und Therapeutinnen wie ich ihre Arbeit weiterhin tun und sicher sein können, dass und wie diese auch bezahlt werden wird?

Mit freundlichen Grüßen, Michaela W., Therapeutin aus PAF

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Antwort von CSU

Sehr geehrte Frau W.,

vielen Dank für Ihre eindringlichen Worte und Ihren offenen Einblick in Ihren Praxisalltag. Ihre Schilderung macht sehr deutlich, wie groß der Bedarf an psychotherapeutischer Unterstützung bereits heute ist – und wie viel Verantwortung Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen täglich tragen. Der steigende Bedarf an psychotherapeutischer Versorgung ist unübersehbar – und die Hürden, sich überhaupt Hilfe zu suchen, sind für viele Betroffene nach wie vor hoch. Umso wichtiger ist es, dass diejenigen, die diesen Schritt gehen, auch zeitnah Unterstützung erhalten.

Hinweise direkt aus der Praxis sind unverzichtbar, um politische Entscheidungen an der Realität auszurichten - erst durch Ihre konkreten Erfahrungen wird sichtbar, welche Auswirkungen Regelungen wie eine Budgetierung tatsächlich auf Patientinnen und Patienten haben. 

Gleichzeitig steht das Gesundheitssystem insgesamt unter erheblichem Kostendruck, weshalb politische Entscheidungen häufig den Spagat zwischen finanzieller Stabilität und Versorgungsqualität leisten müssen. Zudem befinden wir uns in einer Koalition, in der immer eine gemeinsame Lösung gefunden werden muss. 

Die CSU hat sich wiederholt dafür ausgesprochen, die Versorgung im Bereich psychischer Gesundheit zu stärken und auszubauen. In diesem Zusammenhang wird eine starre Budgetierung im Bereich der Psychotherapie kritisch gesehen, wenn sie dazu führt, dass notwendige Behandlungen eingeschränkt werden oder sich Wartezeiten weiter verlängern. Einsparungen dürfen nicht dazu führen, dass gerade diejenigen, die dringend Hilfe benötigen, diese nicht mehr rechtzeitig erhalten. Vielmehr muss das Ziel sein, eine verlässliche und bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen – auch im Interesse der langfristigen Stabilität unseres Gesundheitssystems. Gleichzeitig brauchen wir eine nachhaltige Sicherung der Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung im ambulanten und stationären Bereich – in Bayern und in ganz Deutschland.

Die CSU setzt sich dafür ein, Versorgungsrealitäten stärker zu berücksichtigen, bürokratische Hürden zu reduzieren und Rahmenbedingungen zu schaffen, die Ihnen und Ihren Kolleginnen und Kollegen Planungssicherheit geben.

Vielen Dank für Ihre wichtige Arbeit und Ihr Engagement für Ihre Patientinnen und Patienten.

Mit freundlichen Grüßen

Karl Straub, MdL

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