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Honorarkürzungen von Psychotherapeutinnen - wie stellen Sie die Psychotherapeutische Versorgung von Menschen in Hamburg - Altona auch in Zukunft sicher?

Porträtfoto von Mithat Capar vor einem lachsfarbenen Hintergrund. Er trägt einen blauen Pullover über einem weißen Hemd und lächelt freundlich in die Kamera.
Mithat Çapar
SPD
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Frage von Nora T. •

Honorarkürzungen von Psychotherapeutinnen - wie stellen Sie die Psychotherapeutische Versorgung von Menschen in Hamburg - Altona auch in Zukunft sicher?

Sehr geehrter Herr Capar,letzte Woche hat der Bewertungsausschuss beschlossen, die Honorare von Psychologischen Psychotherapeutinnen um 4,5% abzusenken. Als niedergelassene Psychologische Psychotherapeutin frage ich Sie: Wie soll ich eine Psychotherapeutische Praxis in Hamburg-Altona noch wirtschaftlich führen? Es war für mich außerordentlich schwierig, für meine Praxis in Hamburg-Altona bezahlbare Räume zu finden. Mein Praxismietvertrag ist indexiert. Aktuell sinken bei mir also die Honorare bei enorm steigenden Betriebskosten. Sehen Stadtentwicklungskonzepte in Altona auch für Ärztinnen und Psychotherapeutinnen Räume mit moderaten Gewerbemieten vor, um die Versorgung der dort wohnenden Menschen zu sichern?Mit freundlichen Grüßen,Dipl. Psych Nora T.Psychologische Psychotherapeutin

Porträtfoto von Mithat Capar vor einem lachsfarbenen Hintergrund. Er trägt einen blauen Pullover über einem weißen Hemd und lächelt freundlich in die Kamera.
Antwort von SPD

Vielen Dank für Ihre wichtige Frage. Die beschlossene Absenkung der Vergütung psychotherapeutischer Leistungen um 4,5 Prozent zum 1. April 2026 sehe ich kritisch. Über diese Honorarsätze entscheidet allerdings nicht die Hamburgische Bürgerschaft, sondern die zuständigen Gremien der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen auf Bundesebene.

Ihre zweite Frage trifft aber einen sehr wichtigen Punkt: Eine gute Versorgung hängt nicht nur an Kassensitzen, sondern auch an bezahlbaren Räumen. Hamburgs Stadtentwicklung versteht Zentren ausdrücklich als Orte, an denen Geschäfte, Arztpraxen, soziale Einrichtungen und Dienstleistungen gebündelt werden. Zugleich benennt das Gewerbeflächenkonzept Altona das sehr begrenzte Angebot neuer Gewerbeflächen im Bezirk als Problem und setzt auf Flächensicherung, Flächenrecycling und Nutzungsintensivierung.

Genau hier liegt aber auch die Grenze kommunaler Einflussmöglichkeiten: Stadtentwicklung kann in Quartieren Nutzungsmischung sichern und bei Planungen darauf achten, dass überhaupt Räume für Praxen, Dienstleistungen und soziale Infrastruktur entstehen. Private Gewerbemieten lassen sich auf kommunaler Ebene jedoch nicht allgemein deckeln. Die geltende Mietpreisbremse ist auf Wohnungen zugeschnitten; für Gewerberäume gibt es bislang kein vergleichbares Instrument.

Umso wichtiger ist es, dass wir politisch stärker darauf achten, dass Gesundheitsberufe in den Quartieren ihren Platz behalten – durch gemischte Zentren, kleinteilige Gewerbeflächen und überall dort, wo die öffentliche Hand Einfluss hat, durch eine vorausschauende Flächenpolitik. Ergänzend sind wohnortnahe Strukturen wichtig; Hamburg fördert bereits lokale Gesundheitszentren, in Altona etwa am Standort Osdorf-Lurup. Klar ist für mich aber auch: Diese können niedergelassene psychotherapeutische Praxen nicht ersetzen.

Ich stehe Ihnen jederzeit zur Verfügung .

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Mithat 


 

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