Können Sie was für eine Wirtschaft ohne Wachstumszwang tun auch wenn man Informationen nicht ganz stimmen ?

Hakan Demir
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Frage von Alexander H. •

Können Sie was für eine Wirtschaft ohne Wachstumszwang tun auch wenn man Informationen nicht ganz stimmen ?

Betreff: Wenige der Firmen sind an der Börse – die meisten nicht.Sehr geehrte Herr Hakan Demir, Leute, kurzer Gedanke, der mich nicht loslässt:Nur ein kleiner Teil aller Firmen weltweit ist überhaupt an der Börse. Der Rest hat keine Aktien und oft nicht mal einen Kredit.Ich frage mich: Könnten wir mit den Unternehmen, die keine Börse nutzen, allein ein modernes Leben haben? Und wären wir dann endlich weiter raus aus diesem ewigen Wachstumszwang?Natürlich gibt es auch gutes Wachstum, aber es sollte nicht unter wirtschaftlichem Druck stattfinden.Das muss international passieren. Wenn nur Deutschland was ändert, reicht es nicht. Das muss die EU und am besten jedes Land gleichzeitig angehen. Wachstumszwang ist ein globales Problem.Kurze Seite, die ein bisschen zum Thema passt:https://www.eu-umweltbuero.at/inhalt/umfrage-https://youtu.be/ImugMSgFtmk?is=tAgQspZzNQb7jjWC

Hakan Demir
Antwort von SPD

Sehr geehrte Herr H.,

danke für Ihre Nachricht.

Auch nicht börsennotierte Unternehmen müssen investieren und wirtschaftlich erfolgreich sein, um zu bestehen und Arbeitsplätze zu sichern. 

Wie kann es uns gelingen, Wohlstand zu sichern, ohne wirtschaftlichen Erfolg nur an immer höheren Produktions-, Umsatz- oder Konsumzahlen zu messen?

Finanzminister Lars Klingbeil und Justizministerin Stefanie Hubig haben im Frühjahr mit dem Vorschlag einer „Gesellschaft mit gebundenem Vermögen“ einen konkreten Ansatz dazu vorgelegt. Sie soll nachhaltiges, an langfristigen Zielen orientiertes Unternehmertum befördern. Bei dieser neuen Rechtsform liegt der Schwerpunkt darauf, Gewinne dauerhaft im Unternehmen zu binden und sie nicht an die Mitglieder auszuschütten, wodurch der kurzfristige Ausschüttungsdruck keine Rolle mehr spielt. Wichtige Aspekte wie langfristiges und nachhaltiges Wirtschaften sowie eine erleichterte Unternehmensnachfolge rücken damit in den Mittelpunkt unternehmerischen Handelns.

Damit nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Wirtschaften nicht zum Wettbewerbsnachteil wird, braucht es einen gemeinsamen europäischen Rahmen. Eine Grundlage dafür bietet der Europäische Green Deal, bei dem es im Kern darum geht, wirtschaftliches Wachstum und Ressourcenverbrauch voneinander zu entkoppeln – u.a. durch Investitionen in saubere Technologien, Kreislaufwirtschaft und eine Steigerung der Energieeffizienz.

Für mich ist deshalb klar, dass wir uns nicht primär mit der Frage von Wachstum oder Nicht-Wachstum auseinandersetzen sollten, sondern damit, unter welchen Bedingungen wir wirtschaften. 

Mit freundlichen Grüßen

Hakan Demir

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